Begriffsklärung
– was sind eigentlich Legionellen?
Zuerst einmal ist wichtig zu
wissen, dass Legionellen zu den Bakterien gehören. Die Familie wird fachlich
als „Legionellaceae“, die Gattung als „Legionella“ bezeichnet. Es handelt sich
dabei um ein Bakterium, das in über 60 bekannten Arten in Erscheinung treten
kann. Die weltweit verbreiteten Keime sind in geringer Anzahl in jedem
Oberflächengewässer oder auch im Boden zu finden. Auch im Grundwasser können
diese Bakterien vorkommen.
Vorkommen und Vermehrung
des Bakteriums
Während der Erforschung wurde zunächst angenommen, dass sich die Legionellen nur in Süßwasser befinden. Heute wissen wir, dass sich die Bakterien auch in Meer- und Salzwasser halten und vermehren können. Ideale Temperaturen zur Vermehrung finden die Legionellen zwischen 25 °C und 45 °C, bei höheren Temperaturen, insbesondere ab über 60 °C werden sie meist abgetötet. Zudem ist bekannt, dass unterhalb der 20-Grad-Marke kaum bis gar keine Vermehrung stattfindet.
Da sich die Legionellen am besten in künstlichen Wassersystemen wie z. B. den hausinternen Wasserrohrleitungen, aufhalten und vermehren, ist besondere Vorsicht geboten. Regelmäßige Tests der Wasserqualität helfen hier weiter.
Wie werden Legionellen
übertragen?
Das Wichtige vorweg: Diese Art der Bakterien wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Grundlegend befallen Legionellen die Atemwege und werden daher über die Luft vom Wasser aufgenommen, allerdings nur, wenn dieses fein zerstäubt oder vernebelt eingeatmet wird. Seltener kann es auch vorkommen, dass kontaminiertes Wasser, welches durch Verschlucken (Aspiration) in die Lunge gelangt, die Bakterien transportiert. Im Magen hingegen besteht keinerlei Gefahr, da die Magensäure jeglichen Erreger der Legionellen abtötet.
Beim „Verschlucken“ kann die Infektion nicht nur mit
erregerhaltigem Leitungswasser, sondern auch durch kontaminiertes Becken- oder
Meerwasser erfolgen.
Welche Krankheiten können durch Legionellen ausgelöst werden?
Bislang sind zwei große Krankheitsbilder
bekannt, die mit unterschiedlichem Verlauf und Inkubationszeit einherkommen. Beide
werden unter dem Oberbegriff ‚Legionellose‘ geführt.
Zum einen handelt es sich dabei um
die Legionellen-Pneumonie, umgangssprachlich auch als „Legionärskrankheit“
bezeichnet. Sie ist eine Form der Lungenentzündung und kann unbehandelt zu einem
lebensbedrohlichen Zustand führen. Wie eine normale Lungenentzündung äußert
sich diese Krankheit durch Husten, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und hohes
Fieber. Zudem kann es zu Durchfall und Verwirrungszuständen kommen, weshalb spätestens
dann dringend eine Vorstellung beim Arzt empfohlen wird. Die Krankheit selbst
hat eine Inkubationszeit von ca. 2-10 Tagen (zumeist 5-6 Tage).
Als zweites typisches
Krankheitsbild ist das Pontiac-Fieber zu nennen. Dabei handelt es sich um einen
akuten Infekt, der sich durch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und
Gliederschmerzen äußert, allerdings keine Lungenentzündung enthält. Selbst
unbehandelt heilt die Krankheit binnen weniger Tage bis eine Woche wieder ab. Das
Pontiac-Fieber hat eine relativ kurze Inkubationszeit, verglichen mit der
Legionärskrankheit. Sie tritt zwischen 5 Stunden und 3 Tagen auf, meistens aber
in ca. 1 bis 2 Tagen.
Wer ist durch
Legionellen besonders gefährdet?
Das Immunsystem des Menschen wehrt viele Viren und Bakterien tagtäglich ab. Daher sind von den Legionellen hauptsächlich die Menschen betroffen, die unter einer geschwächten Immunabwehr leiden. Hierzu zählen z. B. Diabetiker und Senioren, aber auch Raucher sind vermehrt betroffen. Ebenfalls Vorsicht walten lassen sollten Menschen, die Medikamente zur Schwächung oder Unterdrückung des Immunsystems nehmen. Generell erkranken Männer bis zu doppelt so häufig wie Frauen, Kinder sind nur selten betroffen.
Wie kann sich jeder Einzelne schützen?
Besonders Mieter von Wohnungen oder Häusern werden die
Ankündigungen oft kennen: Legionellen-Tests zur Bestimmung der
Trinkwasserqualität. Dabei werden in den verschiedenen Parzellen Wasserproben entnommen
und so festgestellt, wie hoch die Belastung an jedem Wasserhahn ist, da gerade
dort häufig auch zerstäubtes Wasser austritt. Somit kann eine Vermehrung und
infolge dessen auch die Ausbreitung der Legionellen in aller Regel früh erkannt
und auch eingedämmt werden.
Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen betreffen die
Warmwassersysteme der Wohngebäude:
- Eine
regelmäßige Nutzung der Wasserleitungen sowie auch die Vermeidung von
Totsträngen gewährleisten einen dauerhaften Wasserlauf. Sobald das Wasser in
den Leitungen zum Stillstand kommt, können sich Legionellen besser vermehren.
- Ist
im Gebäude eine zentrale Wassererwärmung oder auch ein zentraler
Warmwasser-Speicher vorhanden, so ist auf eine Regler-Temperatur von mindestens
60 °C zu achten. Im Leitungssystem sollte zudem die Temperatur nie unter 55 °C
fallen.
Wer in seinem Zuhause die Wasserinstallation auch ohne nötige Fachkenntnisse und Laborergebnisse testen möchte, der kann an einer beliebigen Zapfstelle (Wasserhahn) die ankommende Temperatur überprüfen. Das Warmwasser sollte nach max. 3 Liter so dampfend und heiß sein, dass der Tester bei Berührung sofort zurückzuckt. (Achtung! Verbrühungsgefahr!) Das Kaltwasser sollte sich angenehm kühl anfühlen (unter 25 °C).
Dieser Text entstand unter Zuhilfenahme der Informationsseiten des Robert-Koch-Instituts, des LGL Bayern und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
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